Trennwände aus Gips-Wandbauplatten

Mit Trennwänden lässt sich der Raumaufteilung eines Hauses, aber auch einer Werkhalle blitzschnell ändern. Da werden aus einem großen Raum plötzlich zwei kleine oder umgekehrt. Gips-Wandbauplatten sind hier eine gute Alternative zu Trägerkonstruktionen mit Gipskartonplatten.

Blitzschnelle Trennwände aus Gips-Wandbauplatten

Bei Gips-Wandbauplatten ist solch eine Unterkonstruktion wie bei Gipskartonplatten nicht notwendig. Es handelt sich dabei um massive Platten aus Gips mit einer Dicke von sechs bis zehn Zentimetern. Mit Gipskartonplatten haben sie also außer dem Gips nicht allzu viel gemeinsam. Aber obwohl sie ähnlich wie Mauersteine verarbeitet werden, sind sie eher dem Trockenbau als dem Massivbau zuzuordnen – massiver Trockenbau sozusagen.

Dank großer Formate lassen sich mit Gips-Wandbauplatten recht schnell Wände hochziehen. Die Steine werden untereinander mit Gipskleber verbunden, es ist also kein nennenswerter Wassereintrag zu verzeichnen. Dank Verbindung mit Nut und Feder entstehen zudem völlig glatte und planebene Wandflächen, die nicht einmal verputzt werden müssen. Eine Fugenverspachtelung reicht vollkommen aus.

Trennwand hochziehen

Verlauf der Wand markieren

Bevor mit dem Hochziehen der Wand begonnen werden kann, müssen alte Bodenbeläge und Kleberreste entfernt werden. Nun können die Konturen der Wand auf dem Estrich markiert werden. Der Fachmann nimmt hierfür in der Regel eine Schlagschnur. Dabei handelt es sich um eine mit Kreide ummantelte Schnur, die auf den Boden geschlagen wird.

Schallentkopplungsstreifen anbringen

Anschließend wird ein Schallentkopplungsstreifen auf dem Boden befestigt. Der Streifen kann zum Beispiel auf Bitumenbasis sein bzw. aus Mineralwolle oder PE-Schwerschaum bestehen. Danach muss auf dem Dämmstreifen noch einmal der Wandverlauf eingezeichnet werden, bevor mit dem Wandaufbau begonnen werden kann.

Platten zuvor passend zuschneiden!

Bevor die erste Plattenreihe in ein Kleberbett gesetzt wird, ist sie am besten so zuzuschneiden, dass oben an der Decke eine Fuge mit drei bis vier Zentimetern verbleibt, wenn die übrigen Plattenreihen mit ganzen Steinen verklebt werden. Um vor aufsteigender Feuchtigkeit zu schützen, kann die erste Plattenreihe auch mit speziellen wasserabweisenden Gips-Wandbauplatten errichtet werden. In Bad oder Küche sollte man die komplette Wand aus diesen Steinen mauern.

Verkleben der Platten

Bei den Gips-Wandbauplatten werden nicht nur die Lagerfugen, sondern auch die Stoßfugen miteinander verklebt. Bevor Nut und Feder zweier Platten ineinander gesetzt werden, sind die Platten also satt mit Gipskleber zu versehen. Quillt Kleber heraus, kann er nach leichtem Erhärten ganz einfach abgestrichen werden.

Ausrichtung der Platten

Mit dem Gummihammer können zum einen die Steine festgeklopft und zum anderen ausgerichtet werden. Dabei helfen Wasserwaage und Richtscheit.

Verbundart

Die Wandbauplatten sind im Verbund zu verlegen, hier gleichen sie also normalen Mauersteinen. Wenn die erste Reihe mit einer ganzen Platte begonnen wurde, beginnt die zweite Reihe mit einer halben Platte und die dritte Reihe wieder mit einer Ganzen. So werden Kreuzfugen vermieden. Bis zur letzen Plattenreihe kann die Wand auf diese Weise nach oben gezogen werden.

Verlegen der letzten Reihe

Vor dem Verlegen der letzten Plattenreihe ist – wie beim Fußboden – ein Schallentkopplungsstreifen anzubringen. Es können wieder die gleichen Dämmmaterialien verwendet werden. Wenn am Anfang richtig gemessen wurde, sollte nach Verkleben der letzten Plattenreihe oben eine Fuge von drei bis vier Zentimeter verbleiben. Diese wird nun mit Füllgips verschlossen. Damit der Gips besser haftet, sollte zum einen die letzte Reihe leicht angeschrägt werden, um die Haftfläche zu vergrößern. Zum anderen ist die Füllfläche vorzunässen, um die Verbundfähigkeit zu erhöhen. Überstehender Gips vom Verfüllen wird sofort entfernt.

Überstehenden Dämmstreifen abschneiden

Zum Schluss wird dann noch der überstehende Dämmstreifen bündig zur Wand abgeschnitten, dann ist sie bereit für eine weitere Bearbeitung.

Wichtig bei Türen!

In der Regel braucht eine Trennwand eine Tür:

  • Ist die Türöffnung kleiner als ein Meter, ist bei Gips-Wandbauplatten kein zusätzlicher Sturz notwendig. Die Türöffnung kann einfach übermauert werden. Die beiden Platten am Rand sollten hierbei mindestens 20 bis 30 Zentimeter neben der Öffnung aufliegen. Eventuell müssen die Steine von unten gestützt werden, solange der Kleber noch nicht getrocknet ist.
  • Bei Türöffnungen von über einem Meter muss der Sturz noch zusätzlich armiert werden. Hierfür hat sich ein verzinkter Schlitzbandstahl bewährt. Das Stahlband sollte links und rechts etwa fünfzig Zentimeter in die Wand eingebunden werden. Der Wandanschlag neben der Türöffnung muss mindestens zehn Zentimeter breit sein.