Dämmstoffkörnungen im Überblick

Neben den gebundenen Dämmstoffen wie Platten oder Matten gibt es auch noch die losen Dämmstoffkörnungen.

Insbesondere für Ausgleichsschüttungen werden gerne Körnungen verwendet. Aber auch in Putzen, Estrichen, Mörteln oder Mauersteinen werden die luftig leichten Dämmstoffkörnungen eingesetzt.

KNAUF AQUAPANEL GmbH

Vorteile

Gewicht

Mit ihnen wird der Wärmeschutz verbessert, zudem senken sie als Leichtzuschlag das Gewicht der Konstruktion. Das ist gerade bei der Altbausanierung ein nicht zu vernachlässigender Faktor.

Hohlraumdämmung

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Hohlraumdämmung (z. B. zweischaliges Mauerwerk), hier kann die Körnung durch ein kleines Loch in die Konstruktion eingeblasen werden. Es müssen dabei also keine ganzen Wände oder Böden aufgerissen werden. Für manche Einsatzbereiche wird auch eine Dämmstoffkörnung geliefert, die mit Bitumen oder Harz ummantelt bzw. hydrophobiert (nicht wassersaugend) ist.

Blähperlit und Blähton

Insbesondere Blähperlit und Blähton sind als Dämmstoffkörnung vielfältig im Einsatz. Beide werden aus natürlichem Gestein unter Hitzeeinwirkung hergestellt. Dabei vervielfachen sie ihr Volumen, was sie luftig und leicht macht.

Blähperlit

Herstellung

Blähperlit wird aus dem Vulkangestein Perlit bzw. Perlite (englische, häufig verwendete Bezeichnung) gewonnen. Gewonnen ist wahrscheinlich der falsche Ausdruck, denn Blähperlit entsteht durch kurzfristiges Aufschmelzen von Perlit bei Temperaturen von über 1.000 Grad Celcius. Dass sich Perlit dabei aufbläht, liegt an den vielen eingeschlossenen Wasserpartikelchen, die bei der Hitze verdampfen und Perlit auf das Vielfache seines Volumens anwachsen lässt. Zurück bleiben kleine, leichte mineralische „Schaumstoffkügelchen“.

Eigenschaften

Blähperlit ist nicht brennbar und wird nach DIN A102 / DIN EN 13501 der Baustoffklasse A1 zugeordnet. Zudem verrottet, altert und schrumpft es nicht. Da es darüber hinaus sehr leicht ist, wird es auch gerne bei der Altbausanierung verwendet, wo es auf jedes Kilo ankommt.

Obwohl Blähperlit mit einer Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,040 bis 0,060 W/mK nicht unbedingt zu den Hochleistungsdämmstoffen zählt, ist das Material sehr beliebt. Die Dämmung mit Blähperlit muss demnach immer etwas dicker ausfallen, als die Dämmung mit einem Dämmstoff mit einer Wärmeleitfähigkeit von z.B. 0,030 W/mK. Das ist aber nur bedingt ein Problem, denn eine Ausgleichsschüttung ist von Haus aus meist sowieso recht dick.

Geliefert wird Blähperlit in Säcken; ist der Bedarf größer, ist auch eine Anlieferung im Silofahrzeug möglich. Verwendet wird Blähperlit zum Beispiel für eine ausgleichende und wärmeisolierende Schüttung unter verschiedenen Arten von Estrich (z.B. Trocken- oder Nassestrich). Auch eine Hohlraumdämmung ist mit dem gekörnten Dämmstoff möglich.

Schließlich wird er auch noch als Leichtzuschlag für Putze oder Mörtel verwendet. Soll der Schallschutz verbessert werden, wird Blähperlit zum Beispiel auch mit Blähton gemischt.

Blähton

Herstellung

Blähton wird aus kalkarmem Ton hergestellt. Dieser muss erst gemahlen werden und wird anschließend zu verschieden großen Granulaten geformt. Anschließend kommt das Granulat in einen Drehrohrofen und wird bei etwa 1.200 Grad Celcius gebrannt.

Im Ton sind organische Stoffe enthalten, die bei dieser Hitze verbrennen. Dadurch blähen sich die Tonperlen auf, werden vier- bis fünfmal so groß und der Blähton ist entstanden. Die Oberfläche der Blähtonperlen ist dabei leicht angeschmolzen, gesintert würde der Fachmann sagen. Im Innern des Blähtons haben sich zudem viele feine, geschlossene Poren gebildet.

Eigenschaften

Im Ergebnis ist Blähton sehr leicht und kann nur noch sehr wenig Wasser aufnehmen. Zudem sind die kleinen Blähtonkügelchen recht druckfest und zudem chemisch widerstandsfähig, schadstofffrei und unverrottbar. Da sie gut Wärme und Schall dämmen, sind sie als Dämmstoffkörnung sehr gut geeignet.

Blähton hat eine fast ideale Kugelform und einen Durchmesser von bis zu 40 Millimeter. Er wird als Leichtzuschlag in Beton, Mörtel oder Lehm verwendet und eignet sich wegen seiner Druckfestigkeit und Lagestabilität als Schüttung unter Estrich oder für Holzbalkendecken. Steigern lässt sich die Druckfestigkeit durch die Verwendung von hydraulischen Bindemitteln. Die Wärmeleitfähigkeit von Blähton liegt je nach Kornrohdichte und Schüttdichte zwischen 0,10 und 0,08 W/mK. Da Blähton nicht brennbar ist, wird er der Baustoffklasse A1 zugeordnet.

Bei der Verwendung als Trockenschüttung wird er in Säcken oder Big Bags auf die Baustelle geliefert. Sind größere Mengen notwendig, wird Blähton auch in Silofahrzeugen mit Druckluftförderung angeliefert.